Triathlon Coach Roy Hinnen

Deutsch   english

Roy Hinnen News sind für den Ausdauersportler. Hier findest du Gedanken und Ideen von Roy Hinnen, bevor sie irgendwo anders veröffentlicht werden.
30 Jahre Triathlon Erfahrung, PB IRONMAN 8.35h, 5 x Schweizer Meister, Autor von TRIATHLON TOTAL,Veganer, ZEN-Praktizerender und Life-Coach.


Inhaltliche Gedanken zu Triathlon Total Camps


Triathlon Total Camps Roy Hinnen
Inhaltliche Gedanken zu Triathlon Total Camps von Triathlon Holidays aus Basis der Philosophie von Roy Hinnen

Teil 1: Philosophie

Mitteleuropäische Triathleten planen in der Regel eine ganze Saison im Voraus, meist mit einem Saisonhöhepunkt im Sommer. Der Einbau eines oder mehrerer Trainingslager zwischen November und Mai kann daher durchaus sinnvoll sein. Jedoch ist es wichtig zu verstehen, dass der Aufbau der Form über einen langen Zeitraum und nicht während einer Woche Trainingslager an der Sonne geschieht. Die Trainingslager sollten sich daher am Saisonziel bzw. -höhepunkt orientieren und sich in die Ganzjahresplanung des Sportlers integrieren.

Die gängigen Trainingslagermythen, vor allem die umfangreichen und langen Trainingseinheiten, dazu noch viel Laufen und Schwimmen, dienen der Leistungssteigerung jedoch nur bedingt. Grund dafür ist die für viele Altersklasseathleten abrupte Steigerung der Trainingsumfänge und die damit verbundene Erschöpfung des Hormonhaushalts in den Trainingscamps. Daraus folgt ein abbauender (kataboler) Stoffwechsel, weil die Glykogenreserven zu niedrig sind, um den Fettstoffwechsel zu unterstützen. Der Körper zapft zum Ausgleich die eigenen Muskelzellen als Energiequelle an, was wiederum zum Abbau der Muskulatur und einem Zustand der Erschöpfung, oftmals auch noch Wochen nach dem Trainingsaufenthalt, führt. Viele Athleten kennen diese Entwicklung nur zu gut.

Daher empfiehlt Roy Hinnen für eine optimale Vorbereitung sogenannte Trainingslagerketten von 3 Tagen bis zu je einer Woche, z.B. je 1x im Dezember, Januar, Februar und März. Die Trainingsaufenthalte sind darüber hinaus jeweils in einen Entlastung - Belastung – Entlastung Zyklus einzubinden. Roy rät den Athleten, in der Woche vor dem Camp nur 50% des üblichen Pensums zu trainieren. Nach dem belastenden Trainingslager folgt eine regenerative Woche mit viel Zeit im Wasser. Während der Trainingslagerwoche sollte die Belastung nicht mehr als das 2.5-fache der durchschnittlichen Trainingszeit pro Woche in der letzten sechs Wochen vor dem Aufenthalt sein. Für einen Altersklasseathleten, der im Durchschnitt 10 Stunden in der Woche trainiert, ergibt das 25 Trainingsstunden im Trainingslager. Der Schwerpunkt liegt dabei ganz eindeutig auf dem Radfahren.

Für einen Coach ist der Schlüssel zur optimalen Vorbereitung, die individuelle anabole Grundlage des Athleten zu kennen. So kann abgeschätzt werden, wie weit die einzelnen Athleten individuell belastet werden können. Da dies jedoch nur über Fakten wie die Kenntnis konkreter Leistungsdaten möglich ist, sind die grossen Trainingscamps für diese Herangehensweise ungeeignet. Roy Hinnen legt daher in seinen Triathlon Total Trainingscamps, die er zusammen mit dem in Europa führenden Schweizer Radreiseveranstalter Huerzeler unter dem Markennahmen Triathlon Holidays auf Lanzarote durchführt, auf eine limitierte Teilnehmerzahl besonderen Wert.

Hinnen hat mit Triathlon Holidays seine Trainingsphilosophie zu Ende gedacht. Um an die Leistungsdaten der Athleten zu kommen, findet für alle Teilnehmer am ersten Tag ein 4minütiger «All-Out-Test» auf der Rolle statt. Darauf aufbauend erhält jeder Teilnehmer einen eigenen Trainingsbereich vorgegeben. Während für die meisten Athleten Herzfrequenzbereiche inzwischen zum Trainingsalltag gehören, ist der «Clou» in diesen «Triathlon Total Camps», dass die Athleten auf Wunsch auch einen Wattmesser für kleines Geld mieten können. In den täglichen Feedbackrunden erhalten sie dann direkt Informationen zu ihren ganz persönlichen Leistungsdaten und lernen so die Vorteile eines wattgesteuerten Trainings kennen. Hinnen ist davon überzeugt, dass es keinen besseren Einstieg in die Welt der Leistungsmessung gibt. Denn in der Regel ist bisher die Beurteilung und Nutzung der ermittelten Daten die grösste Herausforderung für die Besitzer von Leistungsmessern.

Teil 2: Konkreter Ablauf Trainingslager

Im ersten Teil haben wir Roy Hinnen’s Triathlonphilosophie vorgestellt. Im Folgenden Artikel wollen wir beleuchten, wie er diese in seinen Triathlon Total Trainingslagern von Triathlon Holidays konkret umsetzt.

Hinnen betrachtet die Trainingslagerwoche nicht autonom, d.h. er bezieht zur Optimierung die Woche davor und die nach dem Aufenthalt mit ein. Es ist also nicht gewünscht, neben dem normalen Training schnell in das Trainingslager zu fahren, in einer Woche unzählige Stunden zu trainieren und dann, wie wäre nichts gewesen, zuhause weiterzumachen. Roy Hinnen legt Wert darauf, in der Woche vor dem Trainingslager bewusst „nur“ die Hälfte zu trainieren. Die Woche nach dem Trainingslager wird als Tapering Woche geplant und umgesetzt.

Am Anfang des Lagers wird der sogenannte «RoyFitTest» gemacht. Dies ist ein 4minütiger All-Out Test auf der Rolle. Unter Beachtung des Gewichtes des Fahrers wird damit die Bergleistung, Watt/kg, bestimmt. Vor allem aber zeigt der Test die anaerobe Schwelle, den Laktat Steady State, des Athleten auf. Da der Test auch mit dem Ziel, möglichst alle Reserven schnell zu verbrennen gefahren wird, kann auch der Puls berücksichtig und den Teilnehmern der richtige Pulsbereich (Sweet Spot) für spätere Rad-Trainingssets vorgegeben werden. Diese Angaben erlauben es Hinnen also, die einzelnen Rad-Trainingssets individuell auf jeden Teilnehmer in Watt oder Puls zu berechnen.

Der 4minütiger Test hat einen zweiten positiven Effekt. Es wird nämlich schon vor dem eigentlichen Triathlon-Camp klar, wer welches Potenzial hat. Das bringt Ruhe in die Gruppe und nimmt vielen die Angst, die Triathlon Holidays häufig bei Teilnehmern in den ersten Tagen beobachtet hat.

Das Triathlon-Camp läuft in der Regel dann wie folgt ab. In den zur Verfügung stehenden Tagen wird 6x nacheinander Rad gefahren. An 5 Tagen davon wird ein spezifisches Rad-Trainingsset an einem vorgegebenen Ort auf der Insel gefahren – jeder in seinem individuellen Trainingsbereich (Watt oder Puls). Am Abschlusstag wird ausgerollt. Die Sets nehmen über die Woche hinweg an Länge ab. Sind es am ersten Tag noch 3x 20 Minuten am Berg, so werden am fünften Tag noch 10x 1 Minute gefahren. Da die Belastung am hormonellen Haushalt ausgerichtet ist, beschränkt sich das Laufen «nur» auf je einen harten (All-Out) Koppellauf von rund 1.5k, unmittelbar nach dem Radfahren. Hinnen sieht in Trainingslagern im Frühjahr die Wichtigkeit im Fahrradfahren und im Koppeltraining.

Zum Rad-Trainingsset hin und nach dem jeweiligen Set wird in unterschiedlichen Stärkegruppen gefahren, in der Regel langsam (GA1). Das bedeutet, alle fahren miteinander zu den Sets, (30-60min). Auch die eigentliche Belastung während der Sets wird zusammen gefahren, da jedoch die Belastungen in Minuten angegeben und alle Teilnehmer am Schluss des Sets wieder am gleichen Ort sind, kommt jeder auf seine «individuellen Kosten». Erst nach den Rad-Sets trennen sich die Wege und es kann gut sein, dass die stärkste Gruppe auf eine 5h-Ausfahrt kommt, während eine schwächere Gruppe zurück ins Hotel fahren möchte.

Triathlon Holidays hat diese Herangehensweise überzeugt. Mit den Sets kann jeder individuell fahren und die üblichen Leistungsschwankungen in Gruppen ausgeglichen werden. Gleichzeitig entsteht durch die gemeinsame Anstrengung in den Sets und die Koppelläufe eine besondere Gruppendynamik und -gefühl. Und zu guter Letzt wird auch dem Sightseeing-Aspekt Rechnung getragen, finden doch die Sets nicht nur an wechselnden Orten statt sondern wird nach den Sets noch in den Stärkeklassen gefahren.

Nach der Camp-Woche folgt für jeden zuhause die geplante Tapering-Phase. Hinnen empfiehlt, an den ersten 4 Tagen für Regenerations- und Kompensationseinheiten lockeres Schwimmtraining. Am fünften Tag dann ein 60minütiges Training auf der Rolle bei hoher Kadenz. Erst eine Woche nach dem Camp beginnt das Lauftraining wieder. Dann jedoch mit einem längeren Lauf (z.B. 2h), der am Folgetag wiederholt wird. Erst dann ist der Kreislauf geschlossen und es beginnt das normale Training.






EILANFRAGE - Inhaltliche Gedanken zu Triathlon Total Camps
   
Name:
E-Mail:
Telefonnummer:
Betreff:
Text:
 
    ausdrucken    bearbeiten    per Email versenden